Iran: Wo ein Hund zu besitzen Widerstand bedeuten kann

"Wo der Hund kein Haustier, sondern ein politisches Symbol ist."
Wenn man an Tierschutz denkt, fällt einem Iran vermutlich nicht als Erstes ein. Doch die Lage der Hunde in diesem Land ist extrem widersprüchlich. Viele Menschen lieben Hunde, möchten sie als Familienmitglieder halten – doch der Staat betrachtet dies als "westlichen Dekadenzimport" und erschwert das Hundehalten systematisch.
🚫 Hundehaltung – zunehmend verboten
Offiziell ist das Halten von Hunden in Iran nicht verboten, aber in der Realität sieht es anders aus:
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Hunde werden auf offener Straße beschlagnahmt,
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der Verkauf und Kauf von Hunden findet illegal im Untergrund statt,
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es gibt Einschränkungen für den Transport von Hunden im Auto,
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ein Gesetzesentwurf drohte sogar mit Gefängnisstrafen für Hundebesitzer:innen.
Trotzdem entscheiden sich viele – vor allem junge – Menschen bewusst dafür, einen Hund zu halten. Damit wird der Hund zu einem stillen Zeichen des Widerstands – gegen politische Enge, gegen Intoleranz.
🕌 Religiöser Hintergrund: unrein oder loyal?
Im schiitischen Islam gelten Hunde traditionell als "najis", also rituell unrein. Diese Sichtweise prägt viele staatliche und kulturelle Haltungen. Es gibt jedoch auch Stimmen innerhalb des Islams, die die Treue und Schutzfunktion des Hundes betonen.
In Iran dominiert die restriktive Auslegung – und das wirkt sich auf das tägliche Leben von Mensch und Tier aus.
💔 Was passiert mit "unerwünschten" Hunden?
Die Realität ist oft erschütternd:
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Hunde werden beschlagnahmt, eingesperrt oder sogar getötet,
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staatliche Hilfe für Tiere existiert faktisch nicht,
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Tierschützer:innen arbeiten oft im Verborgenen, mit großer persönlicher Gefahr,
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es gibt immer wieder Berichte über systematische Vergiftungen und grausame Tötungen.
Aktivist:innen wie Maryam, die heimlich über 40 Hunde auf einem versteckten Grundstück versorgt, zeigen: Hoffnung lebt im Mut der Einzelnen.
🌱 Hoffnung trotz Verbot?
Trotz aller Repression wächst die Zahl jener, die etwas verändern wollen. Über soziale Medien, geheime Netzwerke und internationale Kontakte entsteht ein zartes Netz des Widerstands – für ein Leben in Würde, auch für Tiere.


📌 Was kannst du von hier aus tun?
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Unterstütze internationale Tierschutzinitiativen (z. B. Middle East Animal Foundation).
Erinnere dich: Hunde sind keine politische Frage – sondern fühlende Lebewesen.
Im nächsten Beitrag: Serbien – Wo Tierheime ums Überleben kämpfen, während illegale Züchter florieren.